Wie gut ist das Deutsche Wasser?



Glaubt man den Wasserkonzernen, scheint es nur eine Antwort zu geben: vorbildlich.
Doch im Weltwasserbericht der UNESCO von 2003 landete das Deutsche Wasser gerade mal auf einem blamablen 57. Rang - zwischen Ecuador und Zimbabwe und weit abgeschlagen von der Spitzengruppe um Finnland, Frankreich und Kanada.


Wie ist diese Diskrepanz zu erklären? Immerhin gehört Deutschland doch zu den wasserreichsten Ländern der Erde, es herrscht kein Mangel an "blauem Gold".
Die Deutsche Trinkwasserverordnung gilt als eine der strengsten weltweit.










Wo also liegt das Problem?
Der Regen fällt in Deutschland reichlich und relativ regelmäßig und macht Deutschland zu einem süßwasserreichen Land.
Entscheidend für die Trinkwasserversorgung ist nicht allein die Wassermenge, sondern ihre Qualität genau darin liegt für Deutschland das Problem.
Vor allem die Landwirtschaft muss uns im Bezug auf die Qualität des Wassers Sorgen bereiten.

Pflanzenschutzmittel, Dünger und Gülle sickern in den Boden und gelangen so über kurz oder lang auch in das Grundwasser. Da sich dieses nur sehr langsam neu bildet und regeneriert, kann es dadurch über Jahre oder sogar Jahrhunderte hinaus verunreinigt werden. Als Trinkwasser ist es damit unter Umständen unbrauchbar geworden. Insbesondere die Pflanzenschutzmittel erweisen sich dabei als tückisch: Einmal im Grundwasser angelangt, reagieren sie mit ihrer Umwelt und bilden neue chemische Verbindungen. Diese können noch giftiger oder langlebiger sein als die ursprünglichen Ausgangsprodukte und ihr Verhalten ist auch für Hydrogeologen nicht immer berechenbar.